Besondere Herausforderungen im ambulanten Bereich: Caritasverband Ostvest tauscht sich mit Hitze-Experten aus

HAP.Regio Exkursion - Caritas tauscht sich mit Hitze-Experten aus

Im Rahmen der kürzlich tagenden Zwischenkonferenz des überkommunalen Projekts „HAP.Regio" – dem „Hitzeschutzforum 2026" in Oer-Erkenschwick waren wir Gastgeber einer Exkursionsgruppe. Vor Ort machten sich die Fachleute ein authentisches Bild davon, welche Bedürfnisse besonders hitzegefährdete Personen haben, was in der Praxis bereits getan wird und wie von kommunaler Seite unterstützt werden kann. Im Mittelpunkt dieses Besuchs standen besonders unsere ambulante Pflege und das betreute Wohnen, da der ambulante Bereich bei diesem Thema besondere Anforderungen stellt.

Für uns ist Hitzeschutz kein Randthema, sondern ein Beispiel dafür, wie unsere drei Leitthemen Gesundheit, Prävention und Nachhaltigkeit ineinandergreifen. Steigende Temperaturen treffen zuerst die Gesundheit besonders vulnerabler Gruppen und genau hier setzt Prävention an. „Präventiv unterwegs sein, bevor es zu spät ist." – dieser Grundgedanke prägt unsere Arbeit und insbesondere die unserer ambulanten Pflegedienste. Der Pflegedienstleiter des Ambulanten Pflegedienstes in Oer-Erkenschwick, Kevin Schleifnig, zeigte der Exkursionsgruppe die praktische Arbeit der Pflegekräfte mit den Patienten.

HAP.Regio Exkursion - Caritas tauscht sich mit Hitze-Experten aus

Wie das konkret aussieht, erläuterte auch unsere Vorständin Carolin Lindinger den Gästen der Exkursion: Die Pflegekräfte achten bei ihren Hausbesuchen z.B. gezielt darauf, dass Patienten ausreichend trinken, angemessen gekleidet sind und ihre Wohnräume vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Ein enger Austausch mit behandelnden Ärzten sowie Angehörigen soll diesen Schutz noch intensivieren. Ergänzend schließt digitale Präsenz die Lücke zwischen den Hausbesuchen – dies ist immer eine besondere Herausforderung in der ambulanten Versorgung. Aktuell erarbeiten wir ein Konzept, das auch ein praktisches Merkblatt für Betroffene und Angehörige mit praktischen Tipps für den Umgang mit Hitze im eigenen Zuhause enthält.

Eingebettet ist dieser Ansatz in unser Konzept unter dem Leitgedanken „Agil – altersgerecht gemeinschaftlich inklusiv leben": Pflegedienste, weitere unterstützende Angebote sowie Hilfen des täglichen Bedarfs sollen so in Wohnkonzepte integriert werden, dass die Selbstständigkeit so lange wie möglich erhalten bleibt und die Hilfe direkt zu den Menschen kommt, die sie brauchen, und all dies mit einer festen Ansprechperson vor Ort und ergänzt durch digitale Formate.

HAP.Regio Exkursion - Caritas tauscht sich mit Hitze-Experten aus

Auch Hitzeschutz beim betreuten Wohnen war Thema der Exkursion. Bei Bauprojekten denken wir Auswirkungen des Klimawandels und Hitzeschutz an allen vier Standorten von vornherein mit. Ob und wo sich auch an bestehenden Gebäuden bauliche Verbesserungen umsetzen lassen, fließt in unsere Überlegungen mit ein. Dabei ist für Carolin Lindinger auch der Schutz der Mitarbeitenden ein zentraler Aspekt, etwa durch Kühlung von Büros und Räumlichkeiten sowie flexible Arbeitszeiten, soweit möglich.

Neben der Praxis vor Ort nutzten wir den Besuch auch für einen fachlichen Austausch. Diskutiert wurden unter anderem Fördermöglichkeiten für bauliche Klimaanpassungsmaßnahmen wie Dachbegrünungen sowie die Frage, welche Foren und Kongresse sich für den weiteren Erfahrungsaustausch eignen.

So bilanzierte Carolin Lindinger: „Hitzeschutz ist für uns keine Zusatzaufgabe, sondern ein zentrales Thema des Caritasverbandes Ostvest e.V. Und als Träger wollen wir dieses Wissen nicht für uns behalten, sondern mit Kommunen und anderen Partnern teilen und von deren Erfahrungen lernen. Der Austausch mit der Stadt Oer-Erkenschwick zeigt, wie viel wir gemeinsam bewegen können, wenn Praxis und Verwaltung zusammenarbeiten."

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