Menschen stärken Menschen - Patenschaftsprojekt

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutsche Caritasverband fördern die Patenschaften im Asylkreis! Im Rahmen eines Projektes werden bestehende Patenschaften unterstützt und neue Freundschaften zwischen Asylbewerbern und Halternern gefördert.

Sind Sie neu in Haltern am See? Möchten Sie gern Halterner kennenlernen und Freunde finden? Unser Projekt Menschen stärken Menschen fördert Freundschaften zwischen Flüchtlingen und Menschen, die schon länger in Haltern leben.

Sie können sich anmelden, einem potentiellen Paten zugeteilt werden und sich treffen. Dann entscheiden beiden, ob sie Freunde werden möchten. Oder Sie können zu unseren Asylkreis Aktivitäten kommen und dort zufällig jemanden treffen, mit dem Sie sich gut verstehen.

Freundschaften können sehr hilfreich sein, um Probleme zu bewältigen und ein Netzwerk hier in Haltern aufzubauen.

  • Sie können Freizeit mit Ihrem/r neuen Tandem Partner/in verbringen und einen kulturellen Austausch erleben
  • Ihr Pate/Ihre Patin kann Ihnen Ratschläge zu Ansprechpartnern geben und Ihnen helfen, wichtige Briefe zu verstehen
  • Er oder sie kann Ihnen von interessanten Aktivitäten, Kursen und Vereinen erzählen
  • Vielleicht kann Ihr neuer Freund/Ihre neue Freundin Ihnen helfen, einen Job oder eine Wohnung zu finden
  • Beide Tandem Partner müssen Offenheit und gegenseitigen Respekt mitbringen, wie jede andere Freundschaft ist Menschen stärken Menschen ein freiwilliges Projekt und Sie können Ihre Teilnahme jederzeit beenden

Wenn Sie einen Paten/eine Patin suchen, kontaktieren Sie bitte Tobias Vorderwülbecke (E-Mail: t.vorderwuelbecke@caritas-ostvest.de | Telefon: 0151 22 51 93 08 ) oder sprechen Sie auf einer Asylkreis Veranstaltung mit Tobias. Weitere Informationen finden Sie hier auf unserer Website oder im Willkommenscafé, jeden Freitag von 11.00 bis 13.00 Uhr in der Erich-Kästner-Schule, Drususstraße 2 in Haltern.

Möchten Sie einen Flüchtling/eine Flüchtlingsfamilie persönlich kennenlernen und unterstützen? Unser Patenprojekt Menschen stärken Menschen fördert Freundschaften zwischen Geflüchteten und Menschen, die schon länger in Haltern leben.

Sie können sich anmelden, mit einem potentiellen Tandem Partner/einer Tandem Partnerin/Familie in Kontakt treten und sich treffen. Dann entscheiden beide Seiten, ob sie Freunde werden möchten. Oder Sie kommen zu unseren Asylkreis Aktivitäten und treffen dort jemanden, mit dem Sie sich gut verstehen.

Patenschaften/Freundschaften können sowohl für die Geflüchteten als auch für Sie selbst eine Bereicherung sein

  • Sie können Freizeit gemeinsam verbringen und einen kulturellen Austausch erleben
  • Sie können einen neuen Freund mit Ihrer Erfahrung und Ihrem lokalen Netzwerk unterstützen
  • Sie lernen eine engagierte Gruppe haupt- und ehrenamtlicher Helfer kennen und können an regelmäßigen Asylkreis Veranstaltungen, Fortbildungen und Patenstammtischen teilnehmen
  • Beide Tandem Partner müssen Offenheit und gegenseitigen Respekt mitbringen. Wie jede andere Freundschaft ist das Menschen stärken Menschen Projekt freiwillig und Sie können Ihre Teilnahme jederzeit beenden

Wenn Sie eine Patenschaft übernehmen möchten, kontaktieren Sie bitte Tobias Vorderwülbecke (E-Mail: t.vorderwuelbecke@caritas-ostvest.de | Telefon: 0151 22 51 93 08 ) oder sprechen Sie auf einer Asylkreis Veranstaltung mit Tobias. Weitere Informationen finden Sie hier auf unserer Website oder im Willkommenscafé, jeden Freitag von 11.00 bis 13.00 Uhr in der Erich-Kästner-Schule, Drususstraße 2 in Haltern.

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Wenn aus Helfern Freunde werden

Lama Maraiadi und Abdalslam Almury engagieren sich beim Caritasverband

Haltern am See (pbm/mek). Mehr als fünf Jahre ist es her, dass Lama Maraiadi und ihr Ehemann Abdalslam Almury aus ihrer Heimat Syrien fliehen mussten. Zu Fuß hatten sie sich auf den Weg in die Türkei gemacht. Dort wollten sie eigentlich leben, doch das hat nicht funktioniert. Mit einem Schlauchboot ging es übers Meer nach Griechenland. „Das war sehr gefährlich, und ich habe große Angst gehabt“, berichtet Maraiadi. Mit Bussen sei ihre Flucht in Richtung Deutschland weitergegangen. Das Ziel: eine Flüchtlingsunterkunft in Sythen. „Direkt am ersten Tag habe ich angefangen, die deutsche Sprache zu lernen. Weil wir noch keinen Aufenthaltsstatus hatten, konnten wir keine Kurse besuchen“, erinnert sich die 29-Jährige. Also hätten sie und ihr Mann begonnen, sich die Sprache selbst beizubringen. Unterstützung erhielt das junge Ehepaar dann aber bald von Ehrenamtlichen des Netzwerkes Asylkreis Haltern des Caritasverbands Ostvest. „Es gab so viele Menschen, die uns in unterschiedlichen Bereichen unterstützt haben. Das hat uns sehr geholfen, in Haltern anzukommen“, erläutert Almury weiter.

Und selbst, als die Beiden Sythen verlassen mussten und in Unterkünften in Bochum, am Möhnesee und Düsseldorf untergebracht waren, habe sich der Asylkreis dafür eingesetzt, das Paar wieder nach Haltern zurück zu holen. „Sie haben uns sogar eine Wohnung besorgt“, ist Maraiadi sehr dankbar.

Bild: Lama Maraiadi mit der einjährigen Tochter Mila und Abdalslam Almury mit dem dreieinhalbjährigen Sohn Hazim engagieren sich ehrenamtlich beim Caritasverband Ostvest für Geflohene. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Inzwischen spricht das Paar sehr gut deutsch. Maraiadi hat zahlreiche Kurse besucht und das erforderliche Sprachniveau für die Universität erreicht. Die zweifache Mutter studiert im zweiten Semester in Münster Pharmazie. Ihr Ehemann arbeitet bei einem Unternehmen in Coesfeld als technischer Zeichner und Konstrukteur. „Ich bin Maschinenbauingenieur und war in Syrien Dozent an der Universität. In Deutschland habe ich zunächst zweieinhalb Jahre als Monteur gearbeitet. Dann kam die Coronakrise. In der Zeit habe ich weiter Deutsch gelernt und mich zum technischen Zeichner und Konstrukteur weitergebildet“, berichtet er.

Maraiadi und Almury ist es ein Anliegen, die Hilfe, die sie erhalten haben, weiterzugeben. „Bereits in der Unterkunft in Sythen habe ich begonnen, für andere zu übersetzen, denn ich spreche englisch“, berichtet die junge Frau. Doch damit nicht genug. Sobald ihre Deutschkenntnisse ausreichten, hat sie beim Caritasverband ehrenamtlich unter anderem für andere Geflohene übersetzt. „Wenn neue Familien gekommen sind, war ich zum Beispiel bei Arztbesuchen dabei. Das war besonders schwierig, denn es gibt viele Begriffe in der Medizin, die nicht alltäglich sind“, erklärt Maraiadi. Ihr Ehemann hat seine technischen Kenntnisse eingesetzt und Schülerinnen sowie Schülern der Klassen sechs bis neun in Physik oder Mathe Nachhilfe gegeben.

Und weil sie um die Probleme in einem fremden Land wissen, helfen sie anderen bei der Orientierung. „Wir hatten das Glück, dass wir viel Unterstützung erhalten haben, um uns in Deutschland zurecht zu finden. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir kennen das Gefühl, neu in diesem Land zu sein. Deshalb helfen wir“, erklärt Maraiadi.

Das Ehepaar fühlt sich in Haltern wohl. „Wir haben nicht mehr so viele Sorgen wie vor einigen Jahren“, sagt Maraiadi. Aus den ehemaligen Helfern sind längst Freunde geworden. Aber als Zuhause bezeichnen sie die Stadt nicht. „Für andere sind wir fremd. Leider gibt es Menschen, die keine Fremden mögen“, berichtet Almury und seine Frau fügt hinzu: „Wir sind Muslime, und ich trage ein Kopftuch in der Öffentlichkeit. Das ist nicht immer leicht.“ Um sich Zuhause zu fühlen, gebe es vieles, was sie vermissen wie ihre Familien und Freunde, die weiterhin in Syrien unter schwierigen Bedingungen leben. Deshalb versuchen sie, ihre Angehörigen finanziell zu unterstützen. „Es gibt keine Möglichkeit, zu arbeiten. Meine Mutter und meine Schwester leben seit langer Zeit in einem Zelt. Es gibt kein Brot und sie haben keinen Strom“, benennt der 35-Jährige die augenblickliche Lage. Sie hätten ein gutes Leben in Syrien gehabt. „Aber wir mussten gehen.“ Und so haben die Beiden nur einen Wunsch für die Zukunft: „Frieden zu haben, damit die Menschen zufrieden sind.“

Quelle: Pressedienst Bistum Münster 25.08.2021